Wespen auf Toast

Wespennest: Was tun?

Kaum wird es wieder wärmer, sind sie auch schon da: die Störenfriede namens Wespen. Sie sind lästig, aggressiv und verderben den Spaß am Aufenthalt im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon. Was kann man dagegen unternehmen?


Jutta Junge, Hannover


Wespenköniginnen beginnen ab Mitte April mit dem Nestbau. Und dann wächst das Wespenvolk bis zum Hochsommer zu einer stattlichen Größe heran. Dabei sind Wespen laut BUND äußerst nützlich: Ein kleiner Wespenstaat vertilgt bis zu 3.000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere pro Tag. Aber einen ganzen Sommer mit diesen Nachbarn leben? Muss ich nicht haben, werden viele denken.

Bewohner fühlen sich durch das Nest bedroht und möchten es schnell loswerden. Im Handel gibt es zwar Vernichtungsmittel, doch man sollte nicht selbst Hand anlegen. Zum einen verteidigen Wespen ihr Heim äußerst aggressiv, zum anderen stehen sie unter Naturschutz. Wer sie tötet und ihr Nest zerstört, dem droht eine Geldstrafe. Die Höhe des Bußgelds hängt dabei von der Wespenart und vom jeweiligen Bundesland ab.

Wespennest
Wespennest im Bau: Je nach Wespenart können bis zu 7.000 Insekten in einem Staat leben. (Foto: stock.adobe.com- SKatzenberger)

Wie kann man ein Wespennest entfernen?

Zuständig ist die untere Naturschutzbehörde, die Kreisverwaltung oder – bei Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern – die Stadtverwaltung. Ansprechpartner sind außerdem Naturschutzvereine, Imker und, im akuten Notfall, die Feuerwehr. Kammerjäger sind ebenfalls für Wespen zuständig. In den meisten Städten gibt es einen „Wespennotdienst“, der eingreifen kann, zu finden im Internet.

Die Fachleute sind in der Lage, zunächst überhaupt die Art der Wespen zu bestimmen. Wenn nötig, holen sie auch die Erlaubnis der Naturschutzbehörde zur Entfernung ein.

Wespen müssen nicht getötet und ihr Nest muss nicht zerstört werden. Sie können an einem anderen Platz, wo sie den Menschen nicht stören, wieder ausgesiedelt werden.

Was kostet das?

Der Preis ist abhängig davon, wie gut das Wespennest zu erreichen und wie groß es ist. Ein Wespenvolk umzusiedeln bzw. zu entfernen, kostet etwa zwischen 50-200 Euro. Schädlingsbekämpfer bieten gegen Aufpreis auch einen Notdienst an und entfernen die Wespen noch am selben Tag oder am Wochenende.

Manche Versicherungen bieten in Verbindung mit der Hausrat- und/oder Wohngebäudeversicherung ein Notfallpaket an. Neben der Entfernung oder Umsiedlung von Wespen-, Hornissen- oder Bienennestern sind darin auch weitere Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, z. B. von Kakerlaken, Silberfischen, Ratten oder Motten enthalten.

Muss der Vermieter das Wespennest entfernen?

Ist die Nutzung des Balkons durch ein Wespennest beeinträchtigt, können Mieter vom Vermieter dessen Beseitigung innerhalb einer angemessenen Frist verlangen. Die Kosten für die Beseitigung des Wespennestes muss der Vermieter tragen. Geht von den Wespen eine unmittelbare Gefahr aus, darf der Mieter selbst die Entfernung beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen.

(Titelfoto: stock.adobe.com-Antje Lindert-Rottke)