Vinyl Kronoflooring

Vinyl- oder PVC-Bodenbelag – lange verkannt

Vinylbodenbelag, PVC-Bodenbelag, Design-Bodenbelag – was ist hier der Unterschied? Genau genommen meinen die Begriffe ein und dasselbe.


Jutta Junge, Hannover


Vinyl Kronoflooring
Robuster Hingucker. (Foto: epr/Kronoflooring)

Vinyl ist auch bekannt unter dem Namen PVC (Polyvinylchlorid). Durch den Zusatz an Weichmachern wird aus dem spröden Kunststoffmaterial ein elastischer Bodenbelag. Diese früher gesundheitsschädlichen Weichmacher werden heute innerhalb der Europäischen Union nicht mehr verwendet. Somit ist dieser Bodenbelag gesundheitlich unbedenklich und frei von Schadstoffen. Beläge, die außerhalb der EU produziert wurden, enthalten jedoch oft noch solche Weichmacher, die die Raumluft belasten können. Wer sich für einen Vinylboden entscheidet, sollte daher auf Herkunft und Qualität achten.

Inzwischen gibt es umweltfreundliche Alternativen, zum Bespiel mit phtalatfreien Weichmachern, die für Lebensmittelverpackungen freigegeben sind und auch bei der Herstellung von Spielzeug eingesetzt werden.

Vinylböden in zwei Varianten

Homogene Vinylböden bestehen aus Vollmaterial, heterogene Beläge aus mindestens zwei Schichten verschiedener Materialien. So sollen z. B. Polyurethanbeschichtungen (PUR) die Böden noch abriebfester und pflegeleichter machen. Bei den Verbundbelägen kommt noch eine Trägerschicht hinzu.

Trägermaterialien sind  unter anderem Jute, Polyestervlies, Kork bzw. HDF- oder WPC-Trägerplatten. Vom Trägermaterial hängt es ab, ob sich der Belag für Feuchträume eignet.

Vinyl Planeo
Vinylböden schaffen auch im Badezimmer ein edles Raumambiente. (Foto: Planeo)

Vinylböden sind zwar feuchtigkeitsbeständig und rutschhemmend. Werden diese Bodenbeläge mit HDF-Trägerplatten im Bad verlegt, können die aus Holzfasern bestehenden Platten aufquellen. Bei WPC-Trägerplatten verhindert das Holz-Kunststoffgemisch das Aufquellen. Das ganz aus Vinyl bestehende Vollmaterial bietet sich uneingeschränkt für Feuchträume an.

Vinylböden in moderner Optik

Mit dem alten, oftmals billig wirkenden und in schäbigen Farben daherkommenden PVC-Belag haben die modernen Design-Bodenbeläge allerdings nicht mehr viel gemeinsam. Es gibt sie in den verschiedensten Farben, von eher dezenten Braun-, Beige- und Grautönen bis hin zu extravaganten Farben wie Stahlblau, Purpurrot, Violett oder Pistaziengrün, uni oder mit verschiedenen Mustern. Der Gestaltung sind aufgrund moderner Präge- und Drucktechniken kaum Grenzen gesetzt. Im Trend liegen vor allem Bodenbeläge mit Holz-, Metall- oder Natursteinmuster, die auf den ersten Blick von Originalen kaum zu unterscheiden sind. Selbst die Haptik stimmt. Im Gegensatz zu echten Stein- oder Fliesenböden sind Vinylböden mit Natursteinoptik jedoch fußwarm und deutlich weicher. Das macht das Gehen angenehm und zahlt sich aus, wenn mal ein zerbrechlicher Gegenstand herunterfällt.

Vinyl Jangal
Moderne Vinylböden überzeugen optisch und haptisch. (Foto: epr/Jangal)

Vinylböden eignen sich auch für die Verlegung im Bad, weil sie wasserfest und einfach zu reinigen sind. Dabei schaffen sie durch die natürliche Fußwärme eine angenehme Atmosphäre.

Wissenswert ist, dass es allerdings auch Designböden gibt, die aus PET (Polyethylenterephthalat) oder PP (Polypropylen) gefertigt werden. Optisch sind diese Materialien allerdings nicht von PVC zu unterscheiden.

Vinyl Classen
Der Materialmix aus Polymer-ummantelten Holzteilchen dieses Bodenbelags kommt ohne Weichmacher oder Chlor aus. (Foto: epr/Classen)